BannerbildZwei Männer sitzen  in einem Meeting und besprechen sich

News-Ticker

  • Link zur Seite versenden
  • Ansicht zum Drucken öffnen
 

Wenn nur einer Bescheid weiß: Das unterschätzte IT-Schlüsselpersonenrisiko

„Da müssen wir warten, bis Herr Müller wieder da ist.“

Ein Satz, der im Büroalltag harmlos klingt. Wenn es um einen ausgefallenen Zugang, die Mitgliederverwaltung oder das Abrechnungssystem geht, kann daraus allerdings schnell ein betriebliches Problem werden.

Im ersten Teil unseres IT-Realitätschecks haben wir gefragt, wie professionell Ihre Unternehmens-IT tatsächlich organisiert ist. Eine Frage verdient dabei besondere Aufmerksamkeit:

Was passiert, wenn die Person, die Ihre IT am besten kennt, morgen nicht erreichbar ist?

1. Wie aus Engagement eine Abhängigkeit wird

In kleinen und mittelständischen Unternehmen, Vereinen und Verbänden wächst IT häufig mit den Aufgaben.

Jemand richtet die ersten Rechner ein, kümmert sich um die Webseite, betreut Microsoft 365 und hält den Kontakt zum Softwareanbieter. Über die Jahre kommen weitere Systeme hinzu – und immer mehr Wissen sammelt sich bei derselben Person.

Das kann ein Mitarbeiter sein, ein externer Dienstleister oder das Vorstandsmitglied, das „sich mit Computern auskennt“.

Dieses Engagement ist wertvoll. Problematisch wird es, wenn die Organisation dauerhaft darauf angewiesen ist, dass genau dieser Mensch verfügbar bleibt.

Das IT-Schlüsselpersonenrisiko entsteht dort, wo wichtiges Wissen, notwendige Zugänge oder Entscheidungen an einer einzelnen Person hängen und eine arbeitsfähige Vertretung fehlt.

Dafür braucht es keinen dramatischen Zwischenfall. Urlaub, Krankheit oder ein Aufgabenwechsel reichen aus, um die Lücke sichtbar zu machen.

2. Die Systeme laufen weiter. Aber kann noch jemand handeln?

Wenn ein IT-Verantwortlicher ausfällt, stehen nicht automatisch alle Rechner still.

Häufig zeigt sich die Abhängigkeit erst bei der nächsten Änderung oder Störung.

Eine neue Mitarbeiterin benötigt einen Zugang. Eine Schnittstelle überträgt keine Daten mehr. Die Domain muss verlängert werden. Ein Dienstleister braucht eine Freigabe.

Plötzlich fehlen Antworten:

Wer ist zuständig? Wo liegen die Unterlagen? Welcher Ansprechpartner kann helfen? Wer darf den Auftrag erteilen?

Dabei geht es um mehr als Passwörter.

Auch das Wissen, warum ein System auf eine bestimmte Weise eingerichtet wurde, kann entscheidend sein. Wer eine Besonderheit nicht kennt, verändert möglicherweise etwas, das aus gutem Grund so eingerichtet ist.

Aus einer überschaubaren Aufgabe werden dann Sucharbeit, Rückfragen und Verzögerungen.

3. Vertrauen ist gut. Eine geregelte Vertretung gehört dazu.

Über Schlüsselpersonenrisiken zu sprechen, kann schnell persönlich wirken.

Dabei sollte niemand seinen Wert für die Organisation dadurch beweisen müssen, dass ohne ihn nichts mehr geht.

Wer im Urlaub regelmäßig angerufen wird, weil nur er weiterhelfen kann, trägt eine Verantwortung, die auf Dauer belastet.

Eine funktionierende Vertretung schützt deshalb beide Seiten: die Organisation vor vermeidbaren Unterbrechungen und den Verantwortlichen vor ständiger Erreichbarkeit.

Wissen weiterzugeben braucht allerdings Zeit.

Wenn Dokumentation und Übergabe immer hinter dem Tagesgeschäft zurückstehen, hilft auch die Aufforderung „Schreib das bitte mal auf“ wenig. Geschäftsführung oder Vorstand müssen dafür Zeit, Zuständigkeiten und gegebenenfalls Budget einplanen.

4. Was wirklich hilft – auch ohne große IT-Abteilung

Nicht jede Organisation benötigt für jedes System zwei eigene Spezialisten. Entscheidend ist, bei den wichtigsten Aufgaben handlungsfähig zu bleiben.

Ein sinnvoller Einstieg besteht aus vier Schritten:

Die kritischen Aufgaben bestimmen.
Wo hätte eine Verzögerung spürbare Folgen? Beginnen Sie beispielsweise bei Abrechnung, zentralen Zugängen oder Mitgliederverwaltung. Die Frage lautet: Wie lange können wir hier auf Unterstützung warten?

Eine geeignete Vertretung benennen.
Diese Person muss wissen, was sie selbst übernehmen kann und wann ein Spezialist benötigt wird. Eine Telefonnummer in der Kontaktliste reicht dafür noch nicht. Erreichbarkeit, Aufgaben und Befugnisse sollten geklärt sein.

Das notwendige Wissen verfügbar machen.
Für den Anfang zählen eine verständliche Systemübersicht, wichtige Ansprechpartner, wiederkehrende Aufgaben und Hinweise für typische Störungen. Entscheidend ist, dass die Vertretung die Informationen findet und damit arbeiten kann.

Den Zugriff sicher regeln.
Eine Vertretung benötigt passende Berechtigungen und einen geregelten Zugang. Ein gemeinsam genutztes Administratorkonto oder eine offene Passwortliste schafft neue Probleme. Persönliche Konten, angemessene Rechte und sicher verwaltete Notfallzugänge gehören in die Planung.

Dabei lohnt sich eine zusätzliche Frage: Sind die benötigten Informationen auch erreichbar, wenn gerade das System ausfällt, in dem sie gespeichert sind?

5. Ein externer Dienstleister löst die Abhängigkeit nicht automatisch

Externe Unterstützung kann eine gute Lösung sein – gerade für kleinere Organisationen.

Aber auch hier lohnt sich ein genauer Blick.

Kennt beim Dienstleister nur ein einzelner Techniker Ihre Umgebung? Kann ein Kollege übernehmen? Sind die für Ihre Systeme relevanten Informationen bei Bedarf verfügbar? Ist geregelt, wie eine Übergabe bei einem Anbieterwechsel abläuft?

Eine langjährige Zusammenarbeit ist eine Stärke. Für die betriebliche Absicherung sollte zusätzlich nachvollziehbar sein, wie die Betreuung bei Abwesenheit oder Veränderungen weitergeht.

Entscheidend ist die tatsächliche Vertretungsfähigkeit. Sie lässt sich nicht allein an der Größe des Dienstleisters ablesen.

6. Der Vertretungstest: Funktioniert die Übergabe auch praktisch?

Ein Name im Vertretungsplan ist ein Anfang. Ob die Regelung trägt, zeigt sich erst bei der Anwendung.

Wählen Sie dafür eine überschaubare, freigegebene Aufgabe: beispielsweise den zuständigen Support ermitteln und die Informationen für eine Störungsmeldung zusammenstellen.

Die Vertretung übernimmt. Der bisherige Verantwortliche beobachtet und ergänzt anschließend, was gefehlt hat.

So werden unklare Abläufe und Wissenslücken sichtbar, solange noch Gelegenheit besteht, sie zu schließen. Auch das BSI empfiehlt, Notfallabläufe durch Übungen auf ihre praktische Umsetzbarkeit zu prüfen. (BSI: Notfälle üben)

Ihr IT-Realitätscheck

Beantworten Sie diese fünf Fragen mit Ja oder Nein:

  1. Wissen wir, welche wichtigen IT-Aufgaben derzeit von einer einzigen Person abhängen?

  2. Gibt es dafür eine geeignete Vertretung mit geklärten Aufgaben und Befugnissen?

  3. Kann diese Vertretung die benötigten Informationen und Zugänge sicher erreichen?

  4. Ist auch bei unserem IT-Dienstleister die Übernahme durch einen anderen Ansprechpartner geklärt?

  5. Haben wir die Vertretung bereits anhand einer konkreten Aufgabe ausprobiert?

Ein Nein bedeutet nicht automatisch einen bevorstehenden Ausfall. Es zeigt aber, wo Ihre Organisation noch auf Verfügbarkeit und Improvisation vertraut.

Unser Fazit: Gute IT lässt Menschen auch einmal fehlen

Erfahrung lässt sich nicht vollständig dokumentieren. Und nicht jeder Spezialist kann jederzeit ersetzt werden.

Eine professionell organisierte IT sorgt jedoch dafür, dass wichtige Aufgaben auch bei Abwesenheit weitergehen und Unterstützung gezielt eingebunden werden kann.

Beginnen Sie deshalb bei der Abhängigkeit mit den größten betrieblichen Folgen. Klären Sie die Vertretung, sichern Sie das notwendige Wissen und testen Sie die Übergabe.

TAURUS SPORT MANAGEMENT unterstützt Unternehmen, Vereine und Verbände dabei, ihre IT-Strukturen zu analysieren, personelle Abhängigkeiten sichtbar zu machen und daraus konkrete Handlungsempfehlungen für eine verlässliche IT-Organisation abzuleiten.

Wie gut wäre Ihre IT auf zwei Wochen ohne ihren wichtigsten Ansprechpartner vorbereitet? Lassen Sie uns gemeinsam darauf schauen.

TAURUS SPORT MANAGEMENT – Wir digitalisieren Sport und Ihr Business.

Im nächsten Teil unseres IT-Realitätschecks geht es um Passwörter, Administratorkonten und Zugänge: Wer hat eigentlich Zugriff auf Ihre IT – und wer sollte ihn haben?

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Mi, 28. Oktober 2026

Bild zur Meldung

Weitere Meldungen

Einstellungen für mehr Barrierefreiheit
Sprache. Deutsch

Vor­eingestellte Profile

Schrift

Schrift­größe

100%

Zeilen­abstand

150%

Wort­abstand

100%

Zeichen­abstand

100%

Textausrichtung

Kontrast und Farb­schwäche

Kontraste

Farbschwäche

Farben

Hintergrund­farbe

Text­farbe

Link­farbe

Überschrift­farbe

Inhalts­einstellungen

Barrierefreiheits­erklärung